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Spätestens mit der ersten technisch-industriellen Revolution fühlt sich der Mensch selbst als Gestalter der Zukunft, der nicht mehr von den ewigen Mächten der Natur und des Kosmos bestimmt wird. Das Morgen wird immer weniger als Schicksal begriffen, sondern erscheint bestimmbar und gestaltbar.

Doch gerade durch die hierdurch entstehende Vielschichtigkeit sind Wegweiser gefragt, die uns durch die Komplexität des Alltags lotsen. Dies gilt auch für die Wünsche nach Harmonie, Lebenssinn und spirituellem Rückhalt.

Die seit dem späten 20. Jahrhundert erzielten medizinischen Fortschritte reichen nicht mehr aus, um die Dynamik und die Komplexität des modernen Lebens mit ihren hohen Anforderungen an die seelischen und geistigen Kräfte des Menschen angemessen zu bewältigen. Die dadurch gemessenen wirtschaftlichen Verluste, Schäden und Kosten können als das Aufkommen neuer Faktoren gesehen werden, die die Folgen von seelischen, sozialen und spirituellen Störungen und Erkrankungen sind.

 

Die Technologie wird hierbei immer stärker als Hoffnungsträger für persönliches Glück, körperliche Gesundheit und spirituelle Selbstfindung missbraucht. Der Glaube an die Technologie ersetzt den Glauben an eine natürliche Verbindung zum Kosmos. Technologie wird zum allwissenden Gott, in dessen Hände wir unser Leben legen.

Wir werden unseren Körper verstärken können, wir werden denkenden Helfer adaptieren, aber unsere eigentlicher Geist/Sein wird alleine bleiben.

Für eine wirkliche Freiheit und Zufriedenheit unseres Seins muss ein Raum geschaffen werden, in welchem der Mensch sich alleine findet.

 

 

Dieser Freiraum befindet sich idealerweise in dem Bewusstsein des Menschen,

wie etwa bei der Meditation oder dem Gebet, unabhängig von Geräten, Orten oder Situationen. Dieser Raum im Inneren kann durch einen Hinweis auf die Möglichkeit eines Gefühl entstehen. Dieser Anreiz zu einer „spirituellen“ Ruhe kann über ein Objekt oder einen Ort gegeben werden, welche einen Ausblick auf die Wichtigkeit dieser versteckten Sehnsucht nach solch einem Rückzugsort im eigenen Bewusstsein weckt.


Ziel von dem Objekt Re ist es zu einem spirituellen Gefühl zu leiten.

Es dient als Katalysator für eine Rückbesinnung auf das Mystische. Der Mensch soll in Verbindung mit dem gefühlten großen Ganzen gebracht werden -  sodass die Vielschichtigkeit der Welt in ihrer überfordernden Wirkung reduziert wird.

Die reine, kalkulierbare und faktische Auslegung der Dinge soll gebrochen werden und eine  innere Freiheit ermöglicht werden, indem wir uns als kleinen Teil des Universums sehen, in welchem höhere Mächte als der rein menschliche Verstand walten.

 

 

Darin (...) spüren die Menschen der Frühzeit den existenziellen Boden unter den Füßen. (...) Sie waren auf diese Weise den Dämonen der Morgendämmerung gewachsen und konnten sich rituell in ihren Tag hinein spielen und ihre mythische Identität als Kinder des hellen Gestirns unter der dunklen Erde bewahren. Nur wer weiß, was man tut, wenn nichts zu machen ist, (...) verfällt nicht in auflösende Panik oder seelentötende Starre.

 Peter Sloterdijk